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Hallo ihr, die noch da seid,

lange habe ich mich davor gedrückt, diesen Beitrag zu schreiben, weil es mir doch schwerfällt. Aber ich habe mich entschieden hier aufzuhören. Ich habe die Seite schließlich eingerichtet, als wir zu unserem WWoof- Abenteuer aufgebrochen sind und nun ja, dass ist jetzt vorbei.

Aber nicht für immer. Wenn wir einen Hof gefunden haben, dann gibt es ja wieder einiges zu erzählen und ich vermute, dass dies auch interessant wird für euch 😉

Wenn es soweit ist, findet ihr uns auf der Seite: http://www.diekoenigewohnenwieder.blog (wundert euch nicht, momentan werdet ihr noch hierher weitergeleitet).

Und nun zu meinem Fazit (ich hoffe ja, ich schaffe es noch ein Buch zu schreiben, das werdet ihr natürlich auch hier erfahren)…

In einem Satz würde ich sagen, ich würde es wieder tun, aber nicht nochmal machen.

Die Erfahrungen und die Eindrücke, die wir gemacht haben möchte ich unter keinen Umständen missen. Hätten wir jetzt aber nochmal die Möglichkeit so eine Tour zu machen, würde ich es definitiv anders angehen. Denn die Abhängigkeit von den Höfen, die Hin-und Hergerissenheit zwischen dem Hof und den Leuten gerecht werden und dabei die Bedürfnisse der Kinder (und des Hundes) nicht außer Acht zu lassen war eine Zerreißprobe für unser Nervenkostüm. Auf vielen Höfen lief es nicht immer rund, zwei Familien, wo oft sehr unterschiedliche Wertevorstellungen und Gewohnheiten aufeinander trafen, verlieh dem Aufenthalt schon nach kurzer Zeit eine angespannte Stimmung. Wären wir finanziell unabhängiger gewesen und nicht so darauf angewiesen, dass uns die Höfe „duchfüttern“, wären, zu mindestens wir, nicht so angespannt gewesen. Wir haben immer versucht so viel Leistung wie möglich zu bringen und dabei auch noch Zeit für die Kinder und den Hund zu haben. Ja, wir zwei als Paar sind defintiv zu kurz gekommen auf der Tour.

Und eigentlich steht hinter dem wwoof Konzept etwas ganz anderes als das Aufwiegen von Arbeit gegen Kost und Logis. Nämlich der Austausch von Erfahrungen. Doch das anzusprechen und auch so zu vertreten, dafür fehlte uns anfangs das Selbstbewusstsein und später hatten wir einfach um es übertrieben zu sagen „Existenzängste“. Gerade in Schweden war es so, dass viele Höfe uns abgesagt hatten, weil es im März noch nichts zu tun gab. Wir hatten also nicht die „Auswahl“ und konnten es damit auch nicht so locker angehen. Wir mussten auf einem Hof Leben, da sonst unsere Versorgung nicht gewährleistet war und dies hatten wir nun mal so berechnet .

Womit wir beim finanziellen Teil wären. Glaubt nicht, dass wir mit dem bisschen Kindergeld über die Runden gekommen sind. Aber das war uns schon vorher klar. Auch wenn wir Essen, Getränke und eben Waschmaschine und Co. auf den Höfen hatten, Ausgaben hatten wir trotzdem. Auf der einen Seite wären die Fixkosten, denn versichert waren wir natürlich weiterhin. Unfall,  Haftpflicht, Rechtsschutz und Co. liefen natürlich weiter. Stellt euch mal vor, es wäre irgendwas gewesen, da hätten wir ganz schön blöd aus der Wäsche geguckt. Die variablen Kosten unterschätzt man glaub ich immer; Sprit, Windeln, Hundefutter, Verpflegung während der Fahrten, Unternehmungen, kleine Extras wie Süßigkeiten und Knabberzeug, Medikamente, und, und, und. Allein die Fähre hat uns fast 300 Euro (einfach) gekostet. Aber das war es uns wert, es war schließlich unser größter Traum einmal nach Schweden zu kommen. Oft bekamen wir Versorungspakete von unseren Familien und Freunden und auch mal ein bisschen Geld. Ohne diese so wertvolle Unterstützung hätten wir es viel schwerer gehabt. Danke, für eure Unterstützung!

Wir denken oft an die Zeit zurück, erinnern uns an schöne und auch nicht so schöne Dinge. Zweimal sind wir wortwörtlich vom Hof geschmissen worden, daran knabbere ich heute noch. Unser Selbstvertrauen war im Keller. Auch hier bekamen wir Unterstützung in Form von Zuspruch und Anerkennung von Familie und Freunden. Der Umgang mit den Tieren war meist das Schönste. Hühner, Laufenten, Ziegen, Pferde, Schweine, (Milch-)-schafe..(hab ich was vergessen?). Es hat uns große Freude bereitet, die Tiere zu versorgen und ihre Eigenarten und Gewohnheiten kennen zu lernen. Das fehlt uns auch richtig. Umso schöner war es, dass wir nach Silvester die Möglichkeit hatten wieder in einen Schafstall zu kommen…und das in Ehningen. Wir waren zu Besuch bei Sandra und durften ihr ein bisschen helfen.

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Ylvi stolz mit einem Lämmchen
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Sogar reiten durften die beiden
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Solz zu Pferde
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Frisch geschlüpft

Das hat wirklich Spaß gemacht. Und oh, wie ich allein diesen Geruch vermisst habe.

Wir haben so viele schöne Orte und Landschaften gesehen und haben uns immer wieder vorgestellt, wie es wäre dort zu leben. Vor allem in Schweden war es einfach traumhaft. Doch in Krisenzeiten, wie wir sie dort auch hatten, sehnt man sich nach der Familie und den Freunden. Viele Ausgewanderte haben uns gesagt, dass man sich schon daran gewöhnt. Aber wollten wir das? Nein. Und somit ging es zurück nach Deutschland. Bisher hatten wir die schwäbische Alb als neues zu Hause gar nicht so auf dem Schirm gehabt. Aber, als wir so für uns reflektierten, wo es eigentlich am Schönsten war (und zwar nicht nur landschaftlich, sondern auch die Leute), kamen wir ziemlich schnell auf die Alb. Wir bereuen unsere Entscheidung nicht. Familie und Freunde sind gar nicht so weit weg, die Leute hier sind nett und passen zu uns (meistens) und landschaftlich ist es wirklich nicht zu verachten.

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Wenn ich spazieren geh‘ könnte ich täglich hundert Bilder machen
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Der Winter hier ist einmalig. Endlich mal weiße Landschaften. Hier steh ich übrigens an unserem Rodelberg
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Schnee – Nebel – Sonnenaufgang, wie im Urlaub

Das Jahr 2019 hat angefangen und hält sicherlich einiges für uns bereit. Wir hoffen sehr darauf einen Hof zu finden, bei Fynn wird sich die Einschulungsfrage klären (oh mein Gott, wird er wirklich schon 6 Jahre alt?) und…es wird wieder Nachwuchs geben. Im Sommer kommt unser drittes Kind auf die Welt und wir alle freuen uns riesig darauf.

Ich freue mich schon darauf unseren neuen Blog zu eröffnen, wenn wir uns dann selbst als Familie auf dem Hof bezeichnen können.

Euch allen einen guten Start in das neue Jahr!

 

 

 

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